Skip to main content

LIEBLINGSBILDER

Zum 100. Geburtstag von Ernst Kößlinger bat die Familie Freunde, Studenten, Kunden und andere Wegbegleiter, ein Lieblingsbild zu wählen und kurz zu begründen,

warum sie es ausgesucht haben. Auch die Familie selbst kommt zu Wort.

Viel Vergnügen!

Viele Münchner Türme


‌ausgwählt von veith kösslinger (Enkelsohn, 29 Jahre)


Radierung 1975

360x270


Den Beginn macht Veith Kößlinger (29 Jahre), der zweitgeborene Enkelsohn von Ernst Kößlinger.

Viele Münchner Türme, Radierung 1975, 360x270

Mein absolutes Lieblingsbild von meinem Opa sind die „Spitzen von München“, wie ich es immer nenne.

Dieses Bild hängt in meinem Badezimmer und wird jeden Morgen von den ersten Sonnenstrahlen des Tages in Sonnenlicht getaucht und erinnert mich immer wieder daran, in was für einer wunderschönen Stadt wir leben dürfen.

Dieses Bild habe ich meinem besten Freund und seiner Frau (mit der er morgen ein Kind bekommt) zu deren Hochzeit geschenkt. Oft stehen wir bei Ihnen im Flur vor diesem Bild und uns fällt immer wieder ein neues Wahrzeichen aus München auf, welches wir bisher noch nicht entdeckt hatten.

Ich liebe die „Spitzen von München“!

Venedig, Blick auf Santa Maria Salute

ausgwählt von tina pirker (62 Jahre)


Farblithographie 1975

323x444


Dieses Bild begleitet mich schon seit Jahrzehnten. Zu meiner Hochzeit im Jahr 1993 war es das wunderbarste, wertvollste und schönste Hochzeitsgeschenk. Dass die Hochzeitsreise nach Venedig führte und wir dort versuchten, genau den Blickwinkel des Bildes wieder einzufangen, hat uns noch mehr damit verbunden; und es bekam einen Platz im Wohnzimmer direkt neben der Tür zur Terrasse, so dass man mit dem Blick hinaus immer auch einen Blick auf das Bild hatte. Was soll ich sagen – das Ende der Ehe ist nun auch schon wieder 10 Jahre her. Das Werk aber wird mich weiter begleiten und mir die Zuversicht geben, dass das Schöne im Leben niemals genommen werden kann. Und dass Augenblicke tatsächlich ewig sein können.

abend an der adria

ausgwählt von markus tripolt (60 Jahre)


Farblithographie 1974

589x439


Leider habe ich den Künstler nicht selber kennen gelernt. Aber die Vielfalt und Schönheit seiner Werke in seinem Atelier in Martinsried war für mich zutiefst beeindruckend. Dieses Bild durften wir nach einer Besichtigung seiner Werke mit nach Hause nehmen. Magisch sind die klarer Struktur in Waagrechte und Senkrechte und die überraschende Farbgebung, die die Abendstimmung transportiert. Das aufleuchtende Blau des Meeres vor dem dunkel werdenden Horizont, die verblassten Farben der Schirme und die heraufziehende Kühle des Sandes. Dominante Farbe ist eine Art Himbeerton. Für mich war klar, dass dieses Bild in unserer Wohnung einen besonderen Platz braucht. Da ich selber Maler bin, habe ich die Wand hinter dem Bild komplett in den Rottönen gestrichen, wie das Bild sie zeigt. Jetzt ist die ganze Wand Rahmen für die Abendstimmung an der Adria.

Paris, Notre Dame

ausgewählt von béatrice ballin (67 Jahre), Journalistin


Farbradierung 1991

314x219


Ich habe zwei eindeutige Lieblingsbilder von Ernst Kösslinger und lange überlegt, welches auf den ersten Platz kommt.

Die zwei Favoriten: Venedig, Palazzo Sagredi (Farbradierung 1985) und Paris, Notre Dame (Farbradierung von 1991).

Venedig steht mir als Stadt emotional näher als Paris, aber dennoch erklimmt Paris die höchste Stufe des Siegertreppchens.
Begründung: die ungewöhnliche, interessante Sichtweise auf Notre Dame und die hellen Farben.

Karussell im Jardin du Luxembourg

ausgwählt von dr. gerhard schrott (78)


Farblithographie 1970

582x484


Dürfte ich mir eines von Ernst Kösslingers Werken aussuchen, würde ich "Das Karussell im Jardin du Luxembourg" auswählen. Es erinnert mich an mein Lieblingsgedicht von Rainer Maria Rilke.

Das Karussell
Jardin du Luxembourg

Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
sich eine kleine Weile der Bestand
von bunten Pferden, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht.
Zwar manche sind an Wagen angespannt,
doch alle haben Mut in ihren Mienen;
ein böser roter Löwe geht mit ihnen
und dann und wann ein weißer Elefant.

Sogar ein Hirsch ist da, ganz wie im Wald,
nur dass er einen Sattel trägt und drüber
ein kleines blaues Mädchen aufgeschnallt.

Und auf dem Löwen reitet weiß ein Junge
und hält sich mit der kleinen heißen Hand
dieweil der Löwe Zähne zeigt und Zunge.

Und dann und wann ein weißer Elefant.

Und auf den Pferden kommen sie vorüber,
auch Mädchen, helle, diesem Pferdesprunge
fast schon entwachsen; mitten in dem Schwunge
schauen sie auf, irgendwohin, herüber –.

Und dann und wann ein weißer Elefant.

Und das geht hin und eilt sich, dass es endet,
und kreist und dreht sich nur und hat kein Ziel.
Ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet,
ein kleines kaum begonnenes Profil –.
Und manchesmal ein Lächeln, hergewendet,
ein seliges, das blendet und verschwendet
an dieses atemlose blinde Spiel ...

blick aus meinem schwabinger atelier

ausgwählt von Monika csampai (62 Jahre), Tochter


Farbradierung (1974)

416x288


Ich liebe den „Blick aus meinem Schwabinger Atelier“ (1974). Der Linoleum-Geruch kommt sofort zurück, wenn ich an dieses Atelier denke: am Boden, auf dem Tisch zum „Schnitzen“ und auf der Druckerpresse. Dazu all die Farbtuben und Utensilien! Das Glasbild am Fenster reiste mit durch Papas Leben, vor allem aber auch die Farb-Palette aus Keramik und diese Vase, in der (bis heute!) die Pinsel stehen. Man findet sie auf einigen Atelier-Fotos (die folgen), sowohl in Schwabing, als auch in Martinsried.

Und welch geniale Idee, nur das Rot der Kupferdächer zu dem Schwarz-Weiß zu wählen!
So ein altes Schwabinger Atelier (Konradstraße 4) war ein echter Kindertraum: Unvergessene Kinderfaschingsfeste und immer irgendwie eine Oase mit Ruhe.

Ein bisschen wehmütig werde ich schon, wenn ich darüber nachdenke, dass es diese originellen Kaminhauben, die Antennen und so ein schönes, vielgeteiltes Atelierfenster nicht mehr gibt. Aber es ist für immer konserviert: Auf dieser schönen Radierung und in den Erinnerungen.

moorauge

ausgwählt von dr. med. ricarda autenrieth (64 Jahre)


Farbradierung 1966

196x247


Mein Lieblingsbild: "Moorauge".

Mein Bild für Perspektivenwechsel.

Das Bild hängt oft mit dem ruhenden Auge einer weisen Kröte mit Blick nach unten.

Ich sehe auch ein ruhendes Herz, "man sieht nur mit dem Herzen gut".

Manchmal hänge ich das Bild kopfüber auf,
dann ist das Auge wie ein Hüter im Geäst, das meinem Blick begegnet.

athos. hirte, mönch, engel.

ausgwählt von andrea kösslinger (61 Jahre), Schwiegertochter


Radierung (koloriert), 1983

250x347


Wie oft habe ich mir gewünscht ein Mann zu sein um die Einzigartigkeit rund um den Berg ATHOS zu erleben.
Frauen sind dort nicht gestattet und so blieb mir nur, dieses LIEBLINGSBILD mit dem filigranen, aber strengen Engel, den Mönchen und dem Hirten in seiner devoten Farbkomposition jedes Mal zu bestaunen, wenn ich meinem Schwiegervater am Tisch in Martinsried gegenüber saß.


2007 überraschte er mich zu meinem Geburtstag mit dieser Radierung. Ein zart hellblaues Passepartout rahmt es ein.
Ich liebe diese Atmosphäre bis heute.

Abt von Esphigmenou

ausgwählt von Prof. dr. hansgeorg bankel, München


Zeichnung

(unverkäuflich)

148x248


Ein Abendessen im Athoskloster Esfigmenou und eine verbotene Zeichnung

Am Ende unserer Athoswanderung, die Hermann Feneberg in den 1980er Jahren für uns so glänzend vorbereitet hatte, kamen wir zum strengsten aller Klöster an der Nordküste der Halbinsel gelegen, das Esfigmenou. Normalerweise nimmt dieses Kloster keine Gäste auf, nur mit ganz besonderer Empfehlung war es Hermann gelungen dass wir dort nächtigen durften. Empfangen wurden wir von einem großen auf die Nordmauer des Klosters gemalten Spruch: „Orthodoxie oder Tod“. Dadurch soll der Besucher erfahren, dass dieses Kloster ein extrem konservatives Bollwerk ist gegen Ökumene und Modernisierung. Hier wurden schon einmal Molotowcocktails gegen Eindringlinge geworfen, als diese das Kloster räumen wollten. Vom Abt wurden wir misstrauisch empfangen und zu einem kargen Mahl in die Trapeza gebeten. Ein Freund, der dort eine Woche Texte lang in der berühmten Bibliothek studiert hatte, meinte, dass er auf dem Athos nirgendwo so kärglich gegessen habe. Ernst war so fasziniert vom Abt, dass er ihn auf einem kleinen Block porträtierte, was offensichtlich gegen alle Regeln verstieß (auf dem Athos herrschte damals Photographierverbot in allen Räumen) und dazu führte, dass der Abt dem Ernst die Zeichnung wegnahm. Zurück im Zimmer wiederholte Ernst die Zeichnung und zeigte sie uns. Aus der Erinnerung porträtieren, das können nur wenige! Und vielleicht ist es ja die einzige Darstellung dieses Abtes überhaupt und daher von großer Seltenheit. Wenn es sie noch gibt?

altmühltal

ausgwählt von Harald Will


Farblinolschnitt 1970

560x373


Diese Graphik ist Teil einer kleinen Sammlung von Werken Ernst Kößlingers, die ich von meinem Vater Wolfgang Will geerbt habe. Beide waren über Jahrzehnte hin eng befreundet.


Mir gefällt das Bild vom Altmühltal besonders gut, denn nach meinem Empfinden zeigt es beispielhaft den Stil, der viele Graphiken Ernst Kößlingers auszeichnet: Das Motiv ist alles andere als streng naturalistisch wiedergegeben, aber doch so dargestellt, dass es erkennbar bleibt. Gezeigt wird in diesem Fall eine friedlich wirkende, noch weitgehend unzerstörte Landschaft, wie es sie bei uns heute nicht mehr so häufig gibt. Dies macht das Bild für mich so anziehend – und die Tatsache, dass es mich an viele schöne Aufenthalte im Altmühltal erinnert.

Harald Will, München

erdkröte

ausgwählt von andrea kösslinger (61 JaHRE), schwiegertochter


Farbradierung 1981

299x248


Als ich noch Kröten und Frösche in jeglicher Form sammelte, war ich zum ersten Mal eingeladen bei Helga und Ernst Kösslinger in Martinsried.

Im Atelier meines (späteren) Schwiegervaters durfte ich mir eine Radierung aussuchen.
Dort hing die Kröte hinter Glas und schaute mir direkt ins Gesicht.
Als wollte sie sagen: „Nimm mich mit-Ich gehöre zu dir“… bekam ich diese schöne Radierung, es ist zudem der erste Andruck. Seitdem hängt die Kröte an einem Platz, an dem ich sie jeden Morgen begrüßen kann.

Ich habe damals im Hause Kösslinger zwar nicht den Frosch geküsst …. aber trotzdem meinen Prinzen gefunden. Seit nunmehr 32 Jahren bin ich mit Bernhard Kösslinger verheiratet. Und ich könnte mir niemand Besseren vorstellen.

‌verwilderter garten

ausgwählt von monika csampai (62 Jahre), Tochter


Farblithographie 1973

622x485


Einige Bilder meines Vaters sind für mich sinnbildlich dafür, wie sehr seine Kunst mein Leben – und alles, was ich liebe – geprägt hat.

Als einzige Tochter erlaube ich mir, dabei ein wenig persönlich zu werden.

Der "Verwilderte Garten" von 1973 (ich war damals zehn) ist eines meiner vielen Seelenwerke. Mit Gelb und Blau, kunstvoll mit verschiedenen Platten gemischt zu meiner Lieblingsfarbe Grün. Motiv ist der geliebte Garten in Tutzing – ein prägendes Element meiner Kindheit. Auf dem Weg links durfte ich zum ersten Mal Unkraut zupfen; dort gleich hatte ich auch mein erstes eigenes kleines Gemüse- und Kräuterbeet. Die Schaukel an der riesigen Buche, mit „Geheimsitzen“ zum Lesen und Träumen und als Kletterparadies für uns kleine Äffchen – all das lebt in diesem Bild immer wieder auf. (Es versteht sich von selbst, dass ICH das bin auf der Schaukel 🤭😂.)

Im Vordergrund des Werks liegt meine geliebte Mama: Genau an diese Liegeposition kann ich mich gut erinnern – meist lag sie auf einer Klappliege (gelbe Plastikschnüre), und eigentlich immer mit einem Buch in der Hand (was hier fehlt 😊). Erst heute wird mir oft bewusst, wie sehr mich diese Kinderjahre geprägt haben: Auch ich liebe es am meisten, in meinem verwilderten Garten, im Duft der Natur und umgeben vom Summen und Zwitschern kleiner Tierchen auf einem Liegestuhl zu lesen.

venedig, san trovaso

ausgwählt von annette bankel


Radierung 1976

235x163


Verzauberte Vergänglichkeit, ein Ausschnitt aus der lärmenden Metropole Venedig ist diese kleine Werft für Gondeln.

Im Vordergrund Wasser, vermooste Planken.

Der Geruch von Kanal, Teer, Lack, verwirrt mich, und auch das Zwielichtige
des späten Abends,
eine wie zufällig angelegte Leiter, zwei Männer.
Verklungene Hämmer und Rufe.
Elegie von Ruhe und Frieden.

Auf der Treppe hängt das Bild und im Vorbeigehen bekommt all meine Hektik und unnötige Fixiertheit sofort einen heilsamen Dämpfer.

(Annette Bankel)

abend in sant-rémy

ausgwählt von gabriele arntz


Farbradierung 1984
491x320

Dieses Werk von Ernst Kößlinger ist eines meiner Lieblingsbilder.

Immer, wenn ich das Bild ansehe, fühle ich mich, als säße ich an Ort und Stelle, auf dem Hügel oberhalb der alten Häuser mit ihren schönen rosa Dächern und könnte über die wunderbare Landschaft auf den Horizont schauen.

Umso länger ich jeweils auf dieses wunderbare Bild von Ernst Kößlinger sehe, desto stärker zieht mich der Zauber, den es immer wieder auf mich ausübt, quasi in das Bild hinein.

Eselskarren auf dem markt

ausgwählt von annette bankel

Farblinolschnitt 1960
517x252

Dieser Farbdruck, zum ersten Mal bei Helga Kößlinger in der Küche entdeckt, hat eine so heitere Atmosphäre, dass ich mich gleich darein verliebt habe.

Alles verrät ein geschäftiges, italienisch lautes Tun. Und vor all dem lärmenden Umtrieb steht geduldig und ruhig der angekarrte Esel. Die Farbwelt ohne Gelbtöne in Graustufen, aber mit frechem Orange, dunklem Grün und Blau beruhigt und belebt die Szene gleichzeitig und erinnert mich an meine 50er und 60er Jahre, z.B. an ein Kinderbuch von James Krüss in ähnlich heiterer Atmosphäre über einen Wochenmarkt.

Freunde und Kinder lieben dieses Bild ebenso wie ich, es hängt über meinem Esstisch und lädt wie der Markt zum freundlichen Austausch ein.

(Annette Bankel)

kleiner frosch

ausgwählt von andrea kösslinger


Radierung

… der kleine Frosch und seine Geschichte:

Nachdem mein Schwiegervater Ernst Kösslinger meine Liebe zu Fröschen und Kröten kannte fertigte er zusammen mit unserem damals fünfjährigen Sohn Valentin zum Muttertag diesen Druck auf Büttenpapier für mich an.
Mit all seiner Kraft und Opas Unterstützung wuchtete Valentin dafür das Drehkreuz der schweren Druckpresse.

Unser Drittgeborener hat bis heute den Spitznamen „Fröschi“, da seine Energie und Sprungkraft umwerfend sein kann.
Allerdings schwimmen die kleinen grünen Frösche mittlerweile nur noch in unserem Teich und heben im Hochsommer zu lautem Konzert an.

Andrea Kösslinger

das alte paar

ausgwählt von helga kösslinger


Radierung 1971
223x293

Eines meiner Lieblingsbilder ist "Das alte Paar".

Die Zeichnungen dazu entstanden beim Modellzeichnen in der Akademie.
Das war 1946, da kam mein Mann, 20 Jahre alt, gerade aus Kriegsgefangenschaft nach Hause und konnte das Studium für seinen heißgeliebten Beruf fortsetzen.

Zur Radierung wurde das Paar anlässlich einer Ausstellung im Verein für Originalradierung in München mit dem Thema "Liebespaare"!

Ich bin immer noch sehr gerührt, wenn ich das Blatt in Händen halte.

Helga Kößlinger
Valentinstag 2026

Sonderbriefmarke "175 Jahre Düsseldorfer Karneval"
2000


Ein kleines Kunstwerk voller Farbe und Lebensfreude: Bunte Kostüme, fröhliche Tänzer und der Radschläger spiegeln die ausgelassene Stimmung des Karneval wider. Ein Ausdruck von Tradition und Kreativität!

Hortobágy Puszta

ausgwählt von antonia bergmann


Farbradierung 1984
486x272

Es ist mir eine große Freude, einen kleinen Beitrag zur Erinnerung an den lieben Ernst beisteuern zu dürfen. (Ernst Kößlinger und mein Mann Hans Bergmann waren Studienkollegen.)

Ich liebe dieses Bild sehr und kann es immer wieder anschauen. Allein schon die vielen Gänse: Sie erinnern mich an die Menschen in ihrer Ansammlung und Gruppenbildung, - wie sie ihren Raum verteidigen, manche aufgeregt, andere gemütlich liegend. Jede Gans hat einen eigenen Ausdruck. Sie sind unter sich.
Das rechte Haus hat zwei Augen, die schauen mich direkt an.

Ernst sagte zu mir einen Satz zu dem Bild, an den ich immer denken muss: Weißt du, sagte er, in Ungarn bedeuten viele Gänse viel Wohlstand.

Annette Bergmann, München


piccadilly circus

ausgwählt von marika csampai


Farblinolschnitt 1974
329x326

LIEBLINGSBILD VON MARIKA CSAMPAI (24, Enkeltochter)

London war mein absoluter Sehnsuchtsort in Teenie-Zeiten, und das hat mein Opa hier so großartig, poppig und modern eingefangen. Das Bild sieht aus wie ein Beatles-Song!

Der süße Doppeldeckerbus, die berühmten Zugänge zur tube und Passanten, die beinahe eins werden mit ihren Regenschirmen. Eine bunte Stadt mit bunten Menschen - ich hätte lange alles dafür gegeben, dort leben zu dürfen. Und heute? 'Perhaps England our darling will recover her lost thought'...

(Zitat aus Smith, Stevie: Voices Against England In The Night)

castel del monte

ausgwählt von birgit feigl


Farbradierung 1981
320x188

Ich war in den 80er Jahren Studentin bei Herrn Professor Kößlinger und habe das Glück einige Farbradierungen zu besitzen.

Zu diesem Bild habe ich jedoch eine ganz besondere Beziehung. Zum einen, weil mir die Bildkomposition und das Motiv so gut gefallen und ich eine besondere Vorliebe für diese italienische Landschaft habe. Zum anderen weil ich Farbtöne in Blau- und Grün-Schattierungen so liebe. Ich finde die reduzierte Farbgebung auch ganz besonders, weil sie dem Bild so eine wunderbare Tiefe verleiht.

flora

ausgwählt von elfriede feigl


Farblinolschnitt 1981
145x145

LIEBLINGSBILD VON ELFRIEDE FEIGL (81)

Dieses Bild habe ich ausgesucht, weil ich meinen Garten und Blumen liebe und da ist die „Flora“ genau richtig.
Dazu ist es wunderbar, so frisch farbig und strahlt für mich etwas Besonderes
aus. Das Bild ist zwar klein, aber es ist auch das erste, das mir mein Mann
vor vielen Jahren begeistert zeigte und mir dazu von seinem Zeichenlehrer,
Herrn Professor Kößlinger, vorschwärmte.

venedig, blick auf sante maria salute

ausgwählt von monika und jürgen dürr


Farblithographie 1976
323x444

LIEBLINGSBILD VON MONIKA UND JÜRGEN DÜRR

Dieses stimmungsvolle Bild der Salute hat uns Ernst vor ca. 45 Jahren als Zugabe für unsere Steuerberatung verehrt.
Wir haben uns beide gleich in das Bild verliebt, es hat bereits vier Umzüge überlebt und war/ist immer ein Blickfang in unserem Wohnzimmer. Ernst hat es 1976 geschaffen.

Das Passepartout ist durch Lichteinstrahlung leicht vergilbt aber... das ist für uns eine passende Ergänzung zur melancholischen Stimmung, die die Grafik dank der dezenten Farben grau-bläulich-weiß ausstrahlt. Die beiden Kuppeln und der Campanile aus weißem
Kalkstein ragen -wie beschützend- hinter den bröckelnden Fassaden, die Ernst liebevoll detailverliebt zeichnet, hervor.

Die Licht- und Schattenwirkung ist faszinierend. Und erst das Wasser......man muss schweigen um das Wasser zu hören.

Venedig bietet soviel Schönheit, die nur erträglich ist wissend, auch sie bröckelt und verfällt.

Monika Dürr

Olympia-zeltdach

ausgwählt von alexander 


Farblinolschnitt 1972
527 x 330


LIEBLINGSBILD VON ALEXANDER K. (25)

Dieses Bild ist ganz klar ein Favorit, wegen der schönen klaren und geometrischen Strukturen und Farben.
Der Olympiapark wird immer einer meiner liebsten Orte in München sein!



NEUFUNDLÄNDER

ausgwählt von christine paxmann


Linolschnitt

300x400

o.J.

LIEBLINGSBILD VON CHRISTINE PAXMANN, Autorin & Grafikerin

Neufundländer! Wegen ihnen wäre ich beinahe mal nach – genau Neufundland – ausgewandert, im irrigen Glauben, die Hunde wären dort so etwas wie ein Nationalheiligtum. Vor zwei Jahren habe ich von Helga-Mama (Kösslinger) eine Druckgraphik der beiden Hunde bekommen. Echte Kösslinger-Kolosse.

Ernst Kösslinger war nicht nur mein Professor, bei dem ich meine Diplomarbeit geschrieben habe, er war auch der Papa mein lieben Freundin Moni. Aus Grundschultagen. Irgendwie war Papa Kösslinger schon immer in meinem Leben. Und so auch seine Bilder, die vielleicht nicht unwesentlich zu meinem Berufswunsch beigetragen haben. Ich wollte auch über den Dächern von Schwabing sitzen und die Welt auf Papier festhalten. Kleine Selbstüberschätzung.


Die beiden schwarz-weißen Hunderiesen auf 30 mal 40 Zentimeter (natürlich sehen sie viel, viel größer aus), haben es mir dann vier Jahrzehnte nach dem Diplom noch einmal vor Augen geführt. So schnauzengenau, so lockenexakt, so hundeblicklieb, so teddystumm schnitzte das nur Papa Kösslinger in die Druckplatte. Nur er konnte Schwarzweißes so gestalten, dass Hunde, Esel, Löwenzähne, Kamine oder Ackerfurchen vor dem inneren Auge farbig werden. Nur er radierte Wimmelbilder, dass einem schwindelig wurde, wie La Spiaggia aus dem Jahr 1977. Und nur er konnte Hunderiesen in ihrer Erhabenheit festhalten, obwohl, meines Wissens, in der Familie Kösslinger keine Neufundländer lebten.

Professor „Papa“ Kösslinger–wir haben uns nie geduzt(!) – war ein Druckpressenmagier, ein Altmeister mit modernen Augen, ein Münchner Chronist, der aus dem gewohnten Anblick etwas Besonderes machte. Zwei Neufundländer also, nicht die typischen Münchner Hunde, aber irgendwie bekamen sie bei Ernst Kösslinger etwas dackeliges zwischen die Lefzen geritzt. Seine Bilder sind Momentaufnahmen aus einer handylosen Zeit. Er hielt Augenblicke fest mit einer Technik, die Tage dauert und aus unzähligen handwerklich harten Schritten besteht. Das Flüchtige muss in die Druckplatte. Vielleicht wurden es deshalb die Neufundländer. Kein Hund sitzt länger ruhig als sie.

Danke für all deine Anregungen, Papa Kösslinger!